Als unser Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Ausnahmezustand im April 2020 verkündete, ahnte er noch nicht, dass das Provisorium – wie üblich – länger halten würde, was zwar ein Allgemeinplatz ist, was aber dessen innere Wahrheit nicht schmälert. Im Gegenteil: Heute, drei Tage nach Ostern (wir erinnern uns an das ausgefallene Osterfest 2020) könnte man sagen, dieser Ausnahmezustand ist gekommen um zu bleiben. Denn anders als andere hebt er zwei Dinge auf, die unserer Verfassung nach „Heilig“ sind und besonders schützenswürdig von Staates Seite aus: Der sakrale (Kirch-)Raum und die eigene Wohnung, mag sie noch so klein und sperrig sein. Nicht nur zu Coronas Zeiten mussten Singles oder Alleinstehende damit rechnen, dass ihnen nicht nur in ihrer Wohnung Angst und Bibberbange wird, sondern ihr Leben durch eine Inkubation einer „neuartigen Krankheit“ in Gefahr geraten könnte, und damit wird dem Veterinärdienst wie auch jedem Notarzt somit der Zugang zu einer Wohnung erleichtert. Den einen oder anderen Kritiker von Rauch- und Bewegungsmelder wird es vielleicht sogar freuen, macht er die Dinger im Zimmer ein Stück weit unnötig, und auch die Hausdurchsuchung durch Polizei und Staatsanwaltschaft wird einfacher. Jeder Verdacht auf illegalen Waffenbesitzes ob Schuss- oder Biowaffe, wird so leichter unterbunden, und Netzwerke, Conspirative Treffen, wie sie vor allem im linksextremistischen Millieu gängige Praxis sind, werden erschwert, auch Chatrooms und andere Netzwerktreffen wie für Kunstausstellungen wie die Altonale oder andere Anlässe wie Swingerclubs können damit neue Transparenz erhalten – und machen eine Sicherheitsbehörde als Arbeitgeber oder den Notfalldienst ebenfalls attraktiver.
Bleibt die Kirche kalt, kann der Pastor oder die Pastorin auch keinen allzu großen Schaden mehr anrichten, es sei denn, sie sitzen im Homeoffice und verkünden das Evangelium mit einer Radikalität, die der Baader-Meinhof-Gruppe Konkurrenz macht, Demos inklusive. „I want you to Panik“ sagt die, die uns immer wieder ermahnt, nicht nur noch mehr den Wissenschaftlern zu glauben, sondern wahlweise auch mal den Journalisten und wenn das nicht hilft, den Todesfallzahlen der Hamas oder Hisbollah, aber man halte ihr dabei zu Gute, dass ihre mediale Öffentlichkeit durchaus Berechtigungscharakter hat, macht das doch das Event aus, ob nun 201 oder ein anderes. Nichts desto trotz sind Medien Teile unserer Welt, ob mit Smartphone, im Vorabendprogramm auf RTL oder NDR, oder auf dem Laptop mit Youtube News – Achtung Reichelt! – oder Al Jazeera, und wem das nicht reicht, der hört 102FM – Radio Tel Aviv – oder die Oderwelle auf 99,7, nur um die Biopolarität zwischen Provinz, ihrer Hauptstadt, und Außenpolitik hinzubekommen.

Aber warum nun einen Ausnahmezustand? Nun, der normale Weihnachtenzusammenesser plant weder Revolution noch Klmiarettung durch Massenpopulationssterben. Aber es gibt eben immer auch andere, und jeder (!) kann verdächtigt werden, etwas zu planen, was weltbewegende Umwälzungen zur Folge haben soll, und um dieses zu verhindern, bedarf es eben nicht nur Mitarbeiter im Homeoffice, die ihre Nachbarn ausspionieren bzw aushorchen, sondern auch beherzte Sicherheitsdienste, die den Kirchraum, die Hinterhofmoschee oder Kunstklinik aufsuchen, um nicht nur hin- und zuzuhören, sondern auch hineinzuhorchen, was in diesem oder jenem wirklich vorgeht, denn jeder von uns – und das weiß man nicht nur bei Sportveranstaltungen in Mehrzweckhallen wie einer Barclaycardarna am Hamburger Volkspark – hat per se Dynamit unter der Mütze. Und weil das so ist, und man nicht weiß, ob die eigene Diakonin oder der Kunst-Dozent an der Uni ein Topterrorist in seiner Freizeit ist, ob nicht Greta Thunberg mit den Mächtigsten der Welt, inklusive den Größten der Wall Street und einigen Notenbankern an einem Tisch sitzt, und über die Zukunft des Geldsystems debattiert, zum Schutz der Umwelt durch Einsparung von Wasser und Baumwolle ohne ein neuartiges und notwendiges zertifiziertes Naturdruckverfahren natürlich, und weil Greta Thunberg das im Zweifel nicht einmal selber weiß, mit wem sie alles am Tisch sitzt, wird diese Welt trotz aller Fragilität letztendlich antifragil, allerdings nur, wenn man Nassim Nicolas Thaleb aufmerksam gelesen.
Ab wann ist eine Ansammlung von Personen eine Gruppe? Ab drei oder vier? Würden wir Jesus als Revolutionär wahr nehmen, würden wir sagen, wo zwei oder drei im meinem Namen sich versammeln, bin ich mitten unter ihnen. Mehr dürften es aber auch nicht sein, nimmt man sich den Aufstand der Araber in der Kasbah zum Vorbild, denn je weniger, desto weniger können einen verraten oder die Anwesenheit eines anderen bezeugen. Ob allerdings drei, die sich zum Dienst an der Revolutiom treffen, den gemartert, gefoltert, und Gekreuzigten und wieder Auferstandenen bezeugen, der unter uns und mit uns ist und uns zu seiner Nachfolge ruft, darf bezweifelt werden, merken wir aber erst, wenn um uns die Kugeln fliegen oder wir in Handschellen abgeführt in Einzelhaft sitzen und mehr Zeit zum nachdenken bekommen, als uns lieb ist. Ob es sich auf Staatskosten gut leben lässt, wissen wir erst, wenn der nächste Lockdown kommt und wir auf die Sozialhilfe angewiesen sind. In den USA konnte man auf Telekram in Großstädten verelende Ansammlungen von Drogenabhängigen und Kleinkriminellen sehen, denen die Möglichkeiten ausgingen. Findet man eine Welt ohne Bargeldtransporte und SB-Zonen, ohne Jugend- und Erwachsenenstrich erstrebenswert, geht man den Weg der Anpassung am besten weiter, denn die nächste Fridays for Future Demo könnte schon unweit vom Schauspielhaus im Schorsch geplant werden. Wenn ausgerechnet ein Pastor, der sich als Satanist entlarvt, gerade diese Gruppierung über den ganz großen Käse äh Klee lobt und sich über Terroranschlagsverängstigte und israelische Opfer freut – bedeutet dies im Zweifel einen gesicherten Arbeitsplatz auf Lebenszeit inkl. üppiger Rentenzahlungen des Staates – leuten bei allen Geheimdiensten weltweit normalerweise nicht nur die Alarmglocken. Ob die in grünem Beton eingeschriebenen 1,5° auf der Mönckebergstraße bis zum Hauptbahnhof für ein Golfturnier mit Bernhard Langhein und Donald Trump reichen, mit dem Driver zwischen Saturn und Jupiter hindurch, entscheiden vmtl. sowieso auschließlich die Aktionäre von Rheinmetall, für die Hamburger Innenstadt reicht normalerweise ein 7er Eisen, meines verziet mit einem rotem Kreuz.
Dieser Ausnahmezustand – Betrifft: § 4 Abs. 2 Grundgesetz – hat nachweislich echten Anwendungscharakter. Darauf einen Malteser Aquavit!

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